Hagendorn und Rumentikon in Cham

Bereits zu Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. siedelten die ersten Bewohner am klimatisch günstigen Nordwestufer des Zugersees.
Unter dem Einfluss der Römer entstanden zur Zeitenwende die Gutshöfe (Heiligkreuz) mit angegliederten Werkstätten und Mühlen (Hagendorn). Hier wurden auch Eisen und Buntmetalle verarbeitet.
Auf die Römer folgten ab dem 7. Jahrhundert n.Chr. die Alemannen und schliesslich im 9.Jahrhundert die Karolinger, welche für den Übergang von der schriftlosen Zeit zur dokumentierten Geschichte verantwortlich sind.

Hagendorn und Rumentikon sind zwei benachbarte, in einem schmalen Teilbereich zusammengewachsene Ortsteile Chams. Ursprünglich aus zwei Weilern bestehend, haben sich die beid Ortsteile in den letzten Jahrzehnten stark entwickelt.

Abgesehen von wenigen noch erhaltenen älteren Bauten in den beiden früheren Weilerkernen besteht praktisch die ganze Bausubstanz aus der Zeit von 1950 bis heute. Als Bauten aus der frühen Industrialisierungsphase Chams besonders interessant sind die Kosthäuser (1860/70) und ein dazu gehörendes Industriegebäude in der Lorzenweid.

 

Industriepfad Lorze

55Der verheerende Brand Die Spinnerei und Weberei Hagendorn nahm ihren Betrieb 1863 auf. Das Unternehmen entwickelte sich sehr gut. Da geschah das Unglück: Am 19. August 1888 brannte die ganze Fabrik nieder. Über 360 Arbeiter wurden mit einem Schlag stellenlos. Die Hoffnung auf einen Wiederaufbau war umsonst.

56Ende des Nomadentums der Arbeiter Für die vielen Arbeiter baute die Spinnerei Hagendorn 1866 fünf Kosthäuser mit 15 Wohnungen. Den Namen erhielten sie, weil hier auch Kostgänger aufgenommen wurden.

57Eine römische Mühle in Hagendorn fand sich 1944 ein zugeschütteter Wasserlauf mit romischer Keramik des 1. bis 3. Jahrhunderts, mit Bruchstücken von Mühlsteinen und Teilen eines Holzrades. Aufgrund dieser Funde wurde ein Wasserrad rekonstruiert, das nun etwas entfernt vom Fundort an der Lorze wieder betrieben wird.

58Die Frauenthaler Zisterzienserinnenabtei Seit seiner Gründung im Jahre 1231 führt das Kloster Frauenthal einen ausgedehnten Landwirtschaftsbetrieb, dem andere Gewerbe angeschlossen sind. Dies ist typisch für die Zisterzienser, für die «Unternehmer» des Mittelalters. Sie galten als Meister der Technik und der Architektur.

Quelle: industriepfad-lorze

 

Kloster Frauenthal

Frauenthal – Fernab vom Lärm der Welt lebt hier seit 1231 eine Klostergemeinschaft nach der Regel des heiligen Benedikt. Die Hinwendung zu Gott, die Begegnung mit sich selbst und das Leben in der Gemeinschaft erfüllen das Leben der 20 Zisterzienserinnen. Ihr Tag teilt sich in Gebet, Arbeit und Lesung.

1231 stiftete der Freiherr Ulrich von Schnabelburg und seine Gemahlin das an der Lorze liegende Frauenkloster. Die erste Äbtissin war die Edelfrau Benigna von Hünenberg. Bis tief ins 15. Jahrhundert prägten Edelfrauen der näheren Umgebung das Leben in der Abtei. Bei der Auseinandersetzung der Schwyzer mit Herzog Albrecht wurde das Zisterzienserinnenkloster um 1351 verwüstet.
Der Errichtung des Beichtigerhauses um 1609 folgte 1698 der Neubau des Süd- und Ostflügels. Im Verlaufe der letzten drei Jahrhunderte wurde das Kloster Frauenthal mehrmals erweitert und erneuert; zuletzt 1997, als das Kloster einer umfassenden Aussenrenovation unterzogen wurde.

So erstrahlt es heute in neuem Glanz!

 

Die Lorze hat ein neues Gesicht

im vergangenen Jahr wurde die Lorze verschönert. Während einigen Wochen arbeiteten 2 Raupenbagger auf hochtouren. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Wasserkraftwerke aus der Pionierzeit der Elektrifizierung

Die rund 100-jährigen Anlagen in der Untermühle und in Hagendorn sowie die rund 70-jährige Anlage Frauental befanden sich weitgehend noch in ihrem ursprünglichen Zustand. In den vergangenen Jahren wurde es zunehmend schwieriger, Ersatzteile für die alten Anlagen aufzutreiben. Der Betreuungsaufwand stieg dadurch merklich an. Die Energieerzeugung wurde ineffizient und entsprach nicht mehr den gängigen Leistungsvorstellungen.

Während Jahrzehnten nutzte die Papierfabrik Cham die Energie dieser Kraftwerke. Im Jahr 2002 erwarben die WWZ die beiden Kraftwerke und die dazugehörenden Wassernutzungsrechte. 2007 kam das Kraftwerk Frauental hinzu. Mit der Sanierung, in welche die WWZ rund CHF 20 Millionen investieren, wird die lange Tradition der Wasserkraftnutzung an der Lorze fortgeführt. Die WWZ rechnen 2010 mit dem Abschluss der Erneuerungsarbeiten und planen, die sanierten Anlagen zu zertifizieren.

Quelle: WWZ